Wasserpflanzen

Spezieller Bau

Der Hauptunterschied zu den Pflanzen an Land besteht darin, dass sie ein weniger ausgeprägtes Stützgewebe benötigen und deshalb mit Luftkanälen (Sauerstoffspeicher in der Nacht) durchzogen sind. Wurzeln wachsen am Boden fest => Halt in Strömung. Schwimmpflanzen nur sehr selten im Fließgewässer dieser Geschwindigkeit (nicht im Möhrenbach).  Blattoberfläche ist zahlreich unterteilt um eine relativ große Oberfläche zu erhalten und um weniger Angriffsfläche für das Wasser zu bieten.

Aufgaben im Bach

a, Sauerstoffproduktion
Da ein ein hoher Sauerstoffgehalt im Wasser gerade für den BAch charakteristisch ist, kommt dem Sauerstoff liefernde Photosynthese-Prozess der Wasserpflanzen eine wichtige Aufgabe zu, vor allem im Sommer, wenn wegen der erhöhten Temperatur mehr Sauerstoff benötigt wird. Weil gerade in dieser Jahreszeit die größte Pflanzendichte im Bach auftritt, kann die Flora dieser Aufgabe zur genüge nachkommen. 

b, Unterschlupf für Kleinlebewesen
Die Fischbrut hätte ohne die Wasserpflanzen mit einer viel höheren Mortalität zu rechnen, denn diese bietet den frisch geschlüpften Fischchen Deckung und Versteck vor Fressfeinden, wie Forellen und Groppen. Auch liefern sie Nahrung in Form von Larven und Bachflohkrebsen, die hier ihrerseits an Blättern hängengebliebenen Detritus und Phytoplankton als Nahrung finden.

c, Laichplatz
Fische die keine Kieslaicher wie die Salmoniden sind, gehen ihrem „Brutgeschäft“ als Krautlaicher, wie zum Beispiel der Hecht nach und legen ihre Eier zwischen die Pflanzen. Durch die Photosynthese der Wasserpflanzen werden die sie anschließend gut mit Sauerstoff versorgt.

d, Schwebstoffe entfernen
Die in der Strömung mitgeführten Schwebstoffe werden von den Blättern der Pflanzen ausgefiltert und trüben das Wasser nicht mehr.

Einzelne Pflanzenarten:

Flutender Hahnenfuß (Ranunculus fluitans Lam.)
(Hahnenfußgewächse)

Diese Pflanze kommt nur in fließenden Gewässern vor und bildet hier nach einigen Jahren ausgedehnte Bestände

3 Videos zum Flutenden Hahnenfuß
(Öffenen durch Anklicken der obigen Bilder)
Er bietet vielen Kleinlebewesen Unterstand, deshalb ist hier auch die eine sehr große Artenvielfalt zu beobachten. Den Hauptanteil der Lebewesen im Möhrenbach in dieser Pflanze machten schwimmende Eintagsfliegenlarven aus.


Blütezeit: Juni bis August
Gewässerstück des Möhrenbachs im Jahreswandel
Im Sommer entsteht hier eine fast geschlossene Pflanzendecke
Durch die feinverzweigten Blätter bieten der Flutende Hahnenfuß weniger Wasserwiderstand und ist somit gut an strömende Gewässer angepasst.


Die Wurzeln sind im kiesigen Grund verankert. Zum besseren Halt treiben zusätzliche Beiwurzeln aus.

 

Wasserpest (Elodea canadensis)
(Froschbissgewächse)
Die Wasserpest wächst in fast allen Gewässern und ist auch leicht im Aquarium zu halten.

Die Blütezeit erstreckt sich Mai bis August. Jedoch wurde in Deutschland noch nie eine blühende Pflanze beobachtet, da in Europa nur weibliche Pflanzen vorkommen und sich vegetativ vermehren.
Die Pflanze
wurde aus Nordamerika eingeschleppt und verdankt ihrer rasenden und massenhaften Verbreitung ihren Namen, jedoch hielt sich der Bewuchs im Möhrenbach in Grenzen.
Dieses immense Wachstum ist ihr durch die ungeschechtliche Vermehrung möglich, da jedes Pflanzenteil, auch wenn es von der eigentlichen Pflanze abgetrennt wurde, schnell austreibt und somit wieder ein neue Pflanze entsteht.


Die Wasserpest bietet vielen Fischnährtierchen Schutz, besonders Gammariden wurde zwischen den Blättern gefunden.

 

Wasserstern-Arten (Callitriche spp.)

Eine anspruchsvolle Wasserpflanze, die einen sauberen Lebensraum zum wachsen benötigt. Selbst im Winter sind die Wasserstern-Arten grün und produzieren Sauerstoff.

Kieselalgen (Diatomeen)
Der Teil dieser Algen benötigt einen hohen Sauerstoffgehalt im Wasser (euoxybiont) überwiegend und ist daher auch häufig in rasch fließenden Gewässern anzutreffen. Ferner ist ein für ihre Verbreitung günstiger Faktor im Möhrenbach gegeben, nämlich der pH-Wert um den Optimalwert von 7,5.
Die Kieselalgen sind Hauptnahrung für Aufwuchsfresser, wie einige Köcher- und Eintagfliegenlarvenarten, und werden von diesen von Steinen und höheren Wasserpflanzen abgeweidet.
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Foto einer auch im Möhrenbach gefundenen Kieselalge (Hustedt 1965)


weitere Pflanzen: