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Der
Kormoran (Phalacrocorax carbo)
Es war schon früher bekannt, dass der Kormoran ein Fischfresser ist,
der verständlicherweise besonders in den dicht besetzten Zuchtanlagen
Schaden anrichtete. Deshalb wurde er intensiv bejagt und ausgerottet. Diese
Tatsache bewirkte, dass man ihn unter Naturschutz stellte, was wiederum
eine starke Vermehrung hervorrief: heute leben in Deutschland 15000 Paare.
![]() (Pott 1988) |
Der Kormoran ist ca. 90 cm lang, besitzt ein schwarzes Gefieder mit einem
metallischen Schimmer, das während der Brutzeit eine weiße Kehle,
weiße Kopfseiten und einen weißen Oberkopf aufweist. Er
schwimmt tief im Wasser liegend und fliegt mit ausgestrecktem
Hals und schnellem Flügelschlag.
Vorkommen:
Er lebt an stehenden und fließenden Binnengewässern, sowie an
Meeresküsten. In Deutschland ist er überwiegend ein Sommervogel,
d.h. dass er sich nur zur Brutzeit, also in den Monaten von März bis
Oktober, hier aufhält. Jedoch kommt er auch als Wintergast oder Durchzügler
vor. In Franken trifft man diesen Vogel in den Schutzgebieten des
neuen Seenlands zahlreich an.
![]() eigene Fotomontage |
Nahrung:
Der bis zu 3 kg schwere Vogel ernährt sich von Fischen und ist somit
auch ein Feind der Forelle. Seine Beute
jagt er als Schwimmtaucher mehrere Meter unter Wasser tauchend und greift
sie mit dem Hakenschnabel. Durch seinen stromlinienförmigen
Körper und die starken Ruderfüße kann
er sich schnell unter Wasser fortbewegen. An der Oberfläche verschlingt
er die Fische Kopf voran und trocknet anschließend
seinen beim Tauchgang völlig durchnässten Körper, indem er
sich mit ausgebreiteten Schwingen sonnt.
In der Brutzeit benötigt 1 Vogel für die eigene Ernährung
und die seines Nachwuchses pro Tag ungefähr 400 - 500g Fisch. Das entspricht
einer circa 35 cm langen Forelle. KELLER kommt in seiner Arbeit von 1997
zum Schluss, dass Kormorane zwar eine Präferenz für Fische über
einer Länge von 20 cm haben, aber keine bestimmte Fischart bevorzugen,
sondern sich jeweils von den am leichtesten zu erbeutenden Fischarten ernähren.
Unter normalen Umständen sind es an den Hauptaufenthaltsplätzen,
den eutrophen Seen, Weißfische, wie Rotaugen oder Brachsen, da diese
hier reichlich vorkommen. Wenn diese Seen aber im Winter zufrieren, müssen
die Vögel auf die kleineren Fließgewässer ausweichen. Hierunter
fällt auch der in der Nähe des Fränkischen Seenlands gelegene
Möhrenbach. Bei einer geschlossenen Eisdecke der Seen fielen, laut
Aussagen von Anwohnern, 10 - 15 Kormorane regelrecht im Möhrenbach
ein und fischten nach Beute. Ein angeblich überfressener Kormoran -
er konnte nicht mehr auffliegen - wurde von einem Teichwirt erlegt und die
"Obduktion" ergab einen Mageninhalt von zwei ca. 30cm großen
Forellen und einer 15cm langen Mühlkoppe.
Dem Kormoran kommt beim Beutefang die niedrige Temperatur
zu dieser Jahrezeit und die dadurch verminderte Agilität der Forellen
noch zusätzlich zugute.
Die verhältnismäßig große Anzahl und das saisonale
Auftreten dieses Feindes machen es der Bachforelle
schwer, ein Abwehrverhalten gegen diesen Vogel zu entwickeln. Deshalb ist
der Kormoran ihr gefährlichster Feind im Möhrenbach.
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Der
Haken an der Schnabelspitze macht ihn zu einem sehr erfolgreichen
Jäger, dem selten ein Fisch entkommt
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Seine
Füße benutzt er nicht nur als Antriebsflossen beim Tauchen,
sondern auch zum Abbremsen vor der Landung.
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Die
kräftigen Ruderfüße des Kormorans
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Brut:
Der Kormoran brütet in Kolonien auf hohen Bäumen in der Nähe
von Gewässern und felsigen Meeresküsten, oft in der Nachbarschaft
von Graureihern. Die Koloniebäume sind leicht an den weißen
Kotablagerungen zu erkennen, die dazu führen, dass die Blätter
abfallen und die Bäume absterben.
Der soziale Vogel brütet nur einmal im Jahr und zwar von April bis Juni.
Die Weibchen legen je 3-4 hellblaue Eiern mit kalkweißem Überzug.
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Auf
diesen Bäumen im Nürnberger Tiergarten liegt kein Schnee,
wie es den Anschein hat.
Die weiße Färbung stammt allein vom Vogelkot. |
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Teilweise
brüten Kormoran und Fischreiher auch auf den selben Bäumen
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Der Graureiher (Ardea cinerea)
Aussehen:
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Die
Gefiederfärbung kann man auf diesem Bild erkennen (Pott 1988)
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Der Graureiher wird bis zu 98cm lang. Im Flug (Video) ist der Hals, wie alle bei allen Reiherarten, s-förmig angezogen.
Vorkommen:
Er bewohnt Feuchtwiesen, Sumpfgebiete, stehende und fließende Binnengewässer
und kommt hier das ganze Jahr hindurch vor, wobei im Winter teilweise ein
Ausweichzug stattfindet, der allerdings im Möhrenbach nicht beobachtet
werden konnte.
Der Graureiher ist die häufigste Reiherart in Europa. Doch da sie früher
als Fischjäger abgeschossen wurden, sind ihre Bestände stark zurückgegangen.
Heute stehen sie zwar unter Jagdverbot, doch dafür leiden sie unter dem
Rückgang von Feuchtgebieten.
Nahrung:
Der Graureiher ernährt sich vor allem von Fischen und wird daher auch
als Fischreiher bezeichnet. Zu seiner Beute zählen aber ebenso Lurche
und Kriechtiere sowie vereinzelt Kleinsäuger und Insekten.
Die Graureiher stehen oft unbeweglich am Gewässer oder schreiten langsam
mit weit vorgestrecktem Hals durchs flache Wasser und lauern auf Fische. Sie
pirschen sich jedoch nicht an ihre Beute heran, sondern warten in Lauerstellung,
um dann mit dem langen Schnabel blitzschnell zuzustoßen.
Jedoch entkommt ihnen die Bachforelle in der Hälfte der Fälle wieder.
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Von
einem Graureiher verletze Fische, die beide mit der Angeln noch gefangen
wurden.
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Am
Möhrenbach zieht sich der scheue Graureiher bei Störung,
zum Beispiel durch Spaziergänger mit Hunden, auf die hohen Bäume
an den Talhängen zurück und überblickt von dort das
Gelände, um nach Ende der Gefahr wieder an seinen Futter- oder
Brutplatz zurück zu kehren.
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Brut:
Der Schreitvogel brütet in Waldgebieten in einem Horst aus Ästen
und Zweigen, der meist hoch auf Bäumen liegt. Er bildet Kolonien und
beginnt mit der Ablage von etwa 4-5 Eiern schon im März. Wie der Kormoran
hat auch er pro Jahr nur eine Brut, die bis Juni beendet ist.
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Ein
Graureiher beim Beutefang
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Aussehen:
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Der Körper des Hechts weist eine grünliche Grundfärbung auf
und seine Flanken sind von einer hellen, gelben Musterung durchzogen. Aber
der Hecht kann sich, wie die Bachforelle,
farblich seiner Umwelt anpassen, um für Beutefische - es handelt sich
dabei hauptsächlich um seine Artgenossen - unsichtbar zu bleiben. Wenn
er fast bewegungslos zwischen Wasserpflanzen
steht, ist er durch seine Tarnung tatsächlich kaum von diesen zu unterscheiden.
Die normale Endlänge beträgt 100cm, wobei kapitale Tiere bis zu
1,50 m lang und 60 Pfund schwer werden können; allerdings erreichen sie
diese Größe nicht in Bächen.
Vorkommen:
Der Hecht bevorzugt eigentlich eutrophe Seen und ruhig fließende, große
Flüsse. Er dringt aber flussauf auch bis in die sogenannte Forellenregion,
in Gebirgsseen bis zu einer Höhenlage von 1500m, und flussab bis ins
Brackwasser vor und ist somit in fast in allen Süßwasserlebensräumen
vertreten. Da er in den Forellenbächen großen Schaden anrichtet,
versucht man ihn beispielsweise auch aus dem Möhrenbach fernzuhalten
und bisher kommt er dort auch nicht vor.
Er ist in den gesamten gemäßigten Breiten vertreten: von Kanada
über Europa bis ins entfernteste Russland kann man ihn antreffen.
Der Hecht benötigt einen hohen Sauerstoffgehalt
und, da er auf Sicht raubt, klares Wasser. Jedoch ist der Sauerstoffbedarf
nicht so groß wie derjenige der Bachforelle.
In Fließgewässern beanspruchen beide ähnliche
Standplätze. Im stehenden Gewässer halten sich Hechte gerne
an steil abfallenden Kanten, tiefen Löchern, sogenannten Barschbergen
und ähnlichen Stellen auf, an denen sich Futterfische sammeln. Um diese
Standplätze entbrennen wie bei
der Bachforelle Kämpfe unter den Hechten und die besten werden ebenfalls
immer von den größten Fischen besetzt.
Nahrung:
Bereits ab einer Körpergröße von 3cm ist der Hecht ein Räuber
und ernährt sich auch schon kannibalisch.
Wie bei der Bachforelle sind seine wichtigste Sinnesorgane für die Jagd
die Augen und die Seitenlinie, mit deren Hilfe er seine Beute ortet. Sie besteht
aus Fischen, wobei karpfenartige (Cypriniden) bevorzugt werden, Fröschen,
kleinen Säugern und jungen Wasservögeln. Teilweise unternimmt er
auf Beutefang größere Streifzüge, aber weit häufiger
lauert er in seinem Versteck. Kreuzt ihn hier ein Fisch, schießt er
mit bis zu 30km/h aus der Deckung auf das Opfer zu. Dabei fungiert die große,
nach hinten verlagerte After- und Rückenflosse zusammen mit der Schwanzflosse
als Ruderblatt. Die pfeilförmig Körperform trägt des weiteren
zu seiner Sprintstärke bei. Falls ihm die Beute entkommt oder er sie
verfehlt, schnappt er selten ein zweites Mal zu, da er kein ausdauernder Jäger
ist. Hat er das Fischchen mit seinen Fangzähnen und den 700 kleineren
Zähnen wie gewöhnlich von der Seite gepackt, dreht er es von der
seitlichen Lage ausgehend und verschlingt es schließlich mit dem Kopf
voran, wobei seine rückwärts gerichteten Zähne ein Entkommen
verhindern.
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ein
zähnestarrendes Hechtmaul
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präparierter
Hechtunterkiefer im Vergleich zu einem Forellengebiss
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Bilder
von forellenfressenden Hechten (Frei 1996)
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Vermehrung:
Im Gegensatz zu Bachforelle ist der Hecht ein Krautlaicher, das heißt
er legt seine Eier im Schilf und an anderen Wasserpflanzen ab. Die Laichzeit
erstreckt sich von Februar bis Mai
Die Eizahl der Weibchen beträgt ca. 40 000 Stück pro kg Körpergewicht,
so dass eine große, alte Hechtdame ungefähr 300 000 Eier ablegt,
die 3mm groß und klebrig sind, damit sie an den Wasserpflanzen haften
blieben. Dennoch werden sie immer wieder von Wässervögeln in andere
Gewässer verschleppt.
Der Mensch
Beides trifft für den
Möhrenbach nicht zu, da ein naturnaher Bachlauf mit unterschiedlichen Strömungen
und vielen Verstecken vorhanden ist und zudem keine Abwässer in den Bach
eingeleitet, sondern aus den anliegenden Ortschaften in eigens geschaffenen
Gräben zur Kläranlage transportiert werden.
Nicht zu vergessen ist auch der Angler, der diesem schmackhaften Fisch nachstellt.
Aber durch Schonzeiten, Fischereigesetze und Besatzmaßnahmen basierend
auf exakten Fangstatistiken bleibt der natürliche Forellenbestand erhalten.