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Der Bachflohkrebs (Gammarus pulex) gehört zur Klasse der Krebse und der
Ordnung der Flohkrebse. Die Gammariden sind in Bächen und Flüssen
in ganz Deutschland verbreitet, aber auch in Quellen bis zu einer Höhenlage
von 500 m trifft man sie an.
Er atmet mit 5 Paar plattenförmigen Kiemen, die an der Basis der vorderen
Schreitbeine ansetzen, so dass sie durch die Schwimmbewegung der Beine zusätzlich
mit Sauerstoff versorgt werden.
Im Bach lebt er auf dem Gewässergrund, genauer gesagt zwischen und unter Steinen und im Pflanzendickicht, wo er auch im Möhrenbach zahlreich anzutreffen ist. Hier findet er Schutz vor dem Abdriften, aber auch vor seinen zahlreichen Feinden. Jedoch kann er sich in Seitenlage auch in stärkerer Strömung oder über freien Flächen, wie z.B. Sand bewegen. Im Winter hält er sich verstärkt IM Grund auf.
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Diese
Unterwasserbilder zeigen den beim Bachflohkrebs beliebten Aufenthaltsbereich
zwischen groben Steinen
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Wie
viel Leben zwischen den Steinen versteckt ist, erkennt man erst wenn ein
paar von ihnen hochhebt und die Bachflohkrebse zum Vorschein kommen.
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Meine Untersuchungen im Möhrenbach haben ergeben, dass der Bachflohkrebs unter allen Wasserpflanzen die Wasserpest als Aufenthaltsbereich deutlich bevorzugt. Meines Erachtens ist diese Beobachtung darauf zurückzuführen, dass die Wasserpest als eine nicht sehr strömungsbeständige Pflanze, deren Verzweigungen leicht ausreißen, eher in ruhigeren Bachabschnitten zu finden ist. Hier kann sich auch leichter von der Strömung mitgeführter Detritus am Boden oder auf den Blättern der Wasserpflanzen ablagern. Für den Bachflohkrebs sind dies optimale Bedingungen, da er hier Nahrung und Unterschlupf findet.
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Kescherzug
durch Wasserpest
An der Oberfläche kann man deutlich die Massen an Bachflohkrebsen erkennen |
Kescherzug
durch andere Wasserpflanze (flutender
Hahnenfuß)
Hier kann man ein Überhang von Eintagsfliegenlarven feststellen, wobei Bachflohkrebse fast völlig fehlen |
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Bewegung
des Bachflohkrebs
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Der Bachflohkrebs kann,
wie schon erwähnt, auch gegen die Strömung wandern und schnell vor
Feinden fliehen. Er bewegt sich in Seitenlage durch schnelles Zusammenziehen
und Strecken vorwärts.
Nahrung:
Gammarus pulex ist hauptsächlich Detritusfresser (verwesendes pfanzliches Material),
aber auch Pflanzen, Pilze, Bakterien und kleine Tiere dient als Nahrung. Deshlab
kann der Bachflohkrebsals Allesfresser (omnivor) bezeichnet werden. Er ist aber
dennoch einer der wichtigsten Zersetzer (Destruenten) im Bach.
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Im
Herbst, wenn die Bäume ihr
Laub verlieren und dieses zum Boden sinkt, findet der Bachflohkrebs hier
viel Nahrung und kommt auch in Massen im verwesenden Material vor
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Vermehrung:
Ende Januar beginnt die Pärchenbildung, die letzen Jungen werden Ende Oktober
abgesetzt.
Nach der Häutung des Weibchens folgt die Begattung durch das Männchen.
Anschließend werden 10-20 Eiern in den zwischen den vorderen Beinen des
Weibchens gelegenen Brutraum (Marsupium) abgelegt. Wegen dieser vergleichsweise
geringen Eizahl ist der Bachflohkrebs einer der wenigen K - Strategen des Bachs.
Er ist einer der wenigen Bewohner des Bachs der Brutpflege betreibt. Je nach
Temperatur entlässt das Weibchen nach 4 -6 Wochen die Jungtiere, diese
verbleiben nach dem Schlüpfen noch einige Tage hier, dann führen ihr Leben in Bodensubstrat. Nach 3 - 7 Monate und ca 7 Häutungen
sind sie geschlechtsreif. Der Bachflohkrebs
verbringt seine Jugend im Minihöhlensystem der vielen Steinchen am Boden und
im abgesunkenem Falllaub.
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Kurz
nach Einsetzen ihrer Verwesung werden die Bachflohkrebse kräftig
orange. Deshalb ist es einleuchtend, dass sich auch das Fleisch der Forellen
nach häufigem Verzehr dieser Tierchen
orange bis lachsrosa färbt. Solche Forellen werden im Handel oft
als Lachsforellen bezeichnet, was aber biologisch nicht gerechtfertigt
ist, da es sich trotzdem noch um Regen-
oder Bachforellen handelt.
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